Wer als Arbeitnehmer ununterbrochen bis 67 arbeitet und ein regelmäßiges Einkommen bezieht, kann, wenn er bereits die 50 überschritten hat, noch damit rechnen, eine Nettorente von 50% seines letzten Nettolohnes zu bekommen. Bei den 20 – 34-Jährigen sind es noch durchschnittlich 38%. Laut Bundesregierung ermöglicht dies für den Durchschnittsverdiener ein „würdevolles und selbstbestimmtes“ Leben.

 

Wer über mindestens 760,- Euro monatlich verfügt, gilt nicht als „absolut arm“. Bei 950,- Euro gilt man auch nicht mehr als „relativ arm“ und bei mehr als 1.150,- Euro nicht mal mehr als „armutsgefährdet“. Offiziell gibt es also so gut wie keine Altersarmut…

 

Doch was bleibt tatsächlich von der in der Renteninformation in Aussicht gestellten Rente übrig? In den nächsten Jahren soll sich die Rente nach dem Willen des Gesetzgebers noch um ca. 12% vermindern. Für diejenigen, die dann noch immer über dem Grundfreibetrag in Höhe von derzeit 8.354,- Euro jährlich liegen, vermindert die Einkommensteuer und der Soli die zukünftig voll steuerpflichtige Rente noch weiter. Nicht vergessen sollte man die ebenfalls fällig werdenden Krankenversicherungsbeiträge. Von der dem sogenannten Eckrentner in Aussicht gestellten Rente von monatlich 1.266,- Euro bleiben dann noch ca. 950,- Euro zum Leben übrig – also einem Leben auf Grundsicherungsniveau.

 

Über 90% haben keine Vorstellung von der Höhe ihrer zu erwartenden Altersrente, kaum einer weiß überhaupt, dass schon heute 68% der Rente zu versteuern sind. Bis zum Jahr 2040 wird dieser Wert kontinuierlich auf 100% steigen, wobei Rentenerhöhungen bereits heute voll zu versteuern sind.

 

Was aus der Renteninformation nicht zu erkennen ist, ist, dass zukünftig der Abstand zwischen dem Erwerbseinkommen und der zu erwartenden Rente immer größer werden wird. Dies resultiert zum einen aus der Entkoppelung der Renten von den Lohnsteigerungen und zum anderen von den im Verhältnis zur Produktionssteigerung der letzten Jahre nur moderat gestiegenen Löhnen. Da sich jedoch der Rentenversicherungsbeitrag prozentual an den Löhnen orientiert, sind diese entsprechend „niedrig“ geblieben, was wiederum zu geringeren Renten führt.

 

Wohl denen, die nicht nur glauben genug vorgesorgt zu haben…

 

Sehen Sie hierzu auch den Bericht des ARD-Magazins PlusMinus:

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