Bei einer Direktversicherung handelt es sich um einen Lebensversicherungsvertrag, den der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer auf das Leben eines Arbeitnehmers (versicherte Person) bei einem in Deutschland zugelassenen Versicherer abschließt. Die Direktversicherung ist einer der fünf in Deutschland bekannten Durchführungswege in der betrieblichen Altersversorgung und ist vielen auch unter dem Begriff Entgeltumwandlung geläufig.

Die Beiträge für die Direktversicherung sind bis maximal 4% zur Beitragsbemessungsgrenze (West) der Rentenversicherung steuer- und sozialversicherungsfrei. Diese Tatsache führt zu einem scheinbar unschlagbaren Mehrwert. Doch ist es wirklich so und lohnt es sich tatsächlich?

Wie das ARD-Magazin Plusminus berichtet, fressen die auf die Auszahlung einer Direktversicherung fällig werdenden Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung – so wie im Gesundheitsmodernisierungsgesetz von 2004 beschlossen – die Rendite fast vollständig auf. Übrig bleibt in der Regel noch der Betrag, der über die Jahre in die Versicherung einbezahlt wurde. Doch das ist noch nicht alles: da die Beiträge für die Direktversicherung in der Regel aus dem Bruttolohn bezahlt werden, verringert sich das sozialversicherungspflichtige Bruttogehalt und es werden weniger Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt. Nun mag man zur gesetzlichen Rente stehen wie man will. In diesem Zusammenhang sollte sie jedoch nicht unterschlagen werden, wie aus nachfolgendem Beispiel deutlich wird:

 

Zahlt ein heute 32-jähriger verheirateter Arbeitnehmer (Steuerklasse III, 1 Kind, konfessionslos) mit 3.500,- € Brutto monatlich 220,- € in eine Direktversicherung ein, fehlen ihm aus heutiger Sicht – also bei konstanten Beiträgen und gleichbleibender Abgabenlast – beim Renteneintritt mit 67 Jahren insgesamt 92.400,- € in seiner Einkommensbilanz (= Summe aller Beitragszahlungen). Die Beiträge zur Direktversicherung sind zwar steuer- und sozialversicherungsfrei, wodurch sich seine Nettobelastung auf „nur“ 120,- € monatlich beläuft, haben aber gleichzeitig geringere Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung zur Folge. Bei einer konstanten Rentenanpassung in Höhe von 1,1% pro Jahr führen die fehlenden Beiträge zu einem dauerhaften monatlichen Rentenverlust von ca. 110,- € !

 

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